Meine ersten Dienstfahrten

Hallo alle mit einander,

hier kommt nun auch mein erster Blog. Wenn auch ein bisschen spät aber er kommt. Wir haben zur Zeit wieder Block Unterricht. Dieses findet am Berufskolleg für Technik und Gestaltung in Gelsenkirchen statt. Aber hierzu wollte ich eigentlich gar nichts schreiben, dass kann ich ein anderes mal machen oder es macht ein anderer von meinen Kollegen.

Ich wollte euch viel lieber über die letzte Woche im Betrieb schreiben. Eben diese, welche vor dem Blockunterricht lag.
In dieser durfte ich mit meinem Meister auf einigen Dienstfahrten mitfahren. Wir sind nach Bochum, Unna und Wilhelmshaven gefahren.
In allen diesen Städten haben wir Material nachgearbeitet.
In Bochum waren kleine Abplatzungen nachzuarbeiten, die möglicherweise auf Transportschäden zurück zu führen sind. Diese haben wir erst mit einer Akku-Flex ausgeschliffen und dann mit der Zinkflakepaste LZ-99 und einem Pinsel ausgebessert. Hierbei muss die Ausgebesserte stelle mit einer Auflage > 100µm bedeckt sein.
In Unna haben wir ein Bauteil (Traverse) das bei uns verzinkt worden ist nachgearbeitet. Bei der Konstruktion handelte es sich um 2×19 m lange IPE-Träger die mit ca. 15  x 25 cm kleine Bleche oben und unten zusammengeschweißt waren. So dass ein Hohlraum zwischen den IPEs entstand. In diesem Hohlraum wurde die Asche, die beim Verzinken des Materials aus den Dopplungen ausgekocht ist, zurückgelassen. Die Asche darf auf dem gesamten Material nicht bleiben, da sie durch ihren Salzgehalt Umgebungsfeuchtigkeit zieht, welche an den Stellen zu Rost führt. (à Und wie ihr euch denken könnt ist dies eine ungünstige Voraussetzung für den Korrosionsschutz, für den unsere Firma steht)
Diese Asche haben wir mit einer Flex und einem Schleifaufsatz entfernt. Anschließend wurde das Ganze mit der LZ-99 Zinkflakepaste ausgebessert, wenn keine ausreichend dicke Zinkschicht mehr vorhanden war. Um herauszufinden ob die Schicht dick genug war, überprüften wir diese mit einem Schichtdicken-Messgerät.

Das Nacharbeiten hat mir wirklich Spaß gemacht, hätte es nicht einen kleinen Haken an der Sache gegeben. Es war mindestens 40C° warm. Das trübt den Spaß etwas ein, das könnt ihr mir glauben. Zusätzlich ist auf dem Rückweg auch noch die Klimaanlage im Auto ausgefallen. -.-
Aber, wenn ich mir die Wärme weg denke, war es eine spannende und tolle Erfahrung.

Am letzten Arbeitstag vor meinem Schulblock, war ich gemeinsam mit meinem Meister noch in Wilhelmshaven. Dort steht ein Parkhaus in welchem Stahl verarbeitet wurde, der am Standort Gelsenkirchen verzinkt worden ist. Anschließend wurde das Material noch von unserer Firma beschichtet. Die Beschichtung erfolgte jedoch nicht in Gelsenkirchen.
In Wilhelmshaven mussten wir einige der Zinknachläufer in dem Parkhaus wegschleifen. Ein Beschichtungsexperte aus unserer Firma hat, wenige Tage nach uns, den vollständigen Korrosionsschutz durch eine Beschichtung wieder hergestellt.
Da der Korrosionsschutz auch ohne die Ausbesserung gegeben war, erfolgte diese Arbeit für mich aus reinen optischen Gründen.
Gut verständlich wie ich finde. Oder würdet ihr ein Auto kaufen, bei dem deutlich sichtbar ist, das der Lackierer an einer oder gar mehreren Stellen zu viel Farbe aufgetragen hat? Und die Tropfen, die dadurch entstanden, eine sichtbare Linie auf dem Lack hinterlassen haben? Also, ich würde es nicht tun.

Wie ihr hier sehen könnt, ist die Ausbildung sehr abwechslungsreich. Man geht in die Schule, in die SLV, arbeitet im Betrieb, darf eventuell auf Dienstfahren mit und man schreibt einen Blog, den ihr gerade verfolgt und lest.
Genau diese Abwechslung macht für mich den gewissen Reiz an der Ausbildung aus.
Ich hoffe euch hat mein erster Blog gefallen und nächstes Mal gibt es ein paar eindrücke aus Kanada :)
Euer Victor

Keine Kommentare

Antworten

Voigt & Schweitzer - MachDeinZINQ - www.zinq.com