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Die Deutsche-Industrie-Norm für das Feuerverzinken von Stückgut

Wie in allen Belangen des deutschen Alltags unterliegt selbstredend auch das Feuerverzinken einer Norm, der DIN 1461.

Aber was beinhaltet diese?!

In der DIN sind unter anderem Sachverhalte wie die Maximalgröße einer Fehlstelle, welche nach dem Feuerverzinken mit Zinkstaubfarbe oder dem Verfahren des Thermischen Spritzens ausgebessert werden darf (max. 100cm² incl. Überlappungsflächen oder 0,5% der Werkstückoberfläche), geregelt. Fehlstellen können auf Grund von vielen Faktoren auftreten und sind im Tagesablauf des Feuerverzinkers eingebettet. Ursachen können Schweißsprayrückstände, Fett/Ölreste, Klebereste von Etiketten, unzureichende Be/Entlüftungsbohrungen, etc. sein. In vielen Fällen kann/darf der Feuerverzinker deren Ursachen nicht beheben, weil beispielsweise das Entfettungsbad und die Beize keine silikonhaltigen Schweißsprayrückstände sowie Klebereste lösen. Drüber hinaus dürfen Bohrung nur nach Absprache mit dem Kunden vergrößert bzw. hinzugefügt werden, weil sie konstruktionsbedingt nicht in jedem Fall vertretbar sind. Die häufigste Ausbesserungsmethode ist das Ausbessern mit Zinkstaubfarbe unter Zuhilfenahme eines Pinsels.

Weiterhin regelt die DIN1461 die Mindestgröße von Be/Entlüftungsbohrungen (8mm ø), sowie deren Anordnung ( im Idealfall diametral) . Diese Regelungen sind von größter Wichtigkeit, weil das Feuerverzinken sowohl außerhalb, als auch innerhalb des Werkstücks vollzogen wird. Haben diese Bohrungen/Ausklinkungen nicht die geforderten Mindestgrößen, sind Fehlstellen ein absehbares Resultat. Im schlimmsten Fall kann die in den Werkstückhohlräumen expandierende Luft das Werkstück zum bersten bringen und es somit gänzlich zerstören sowie Leib und Leben der Mitarbeiter am Verzinkungskessel gefährden. Die Expansion der Luft ist auf die enorme Temperaturzunahme (von Raumtemperatur bzw. die im Trockenofen vorherrschende Temperatur auf ≈ 450°C im Zinkbad) zurückzuführen. Diesbezüglich regelt die DIN1461 auch die an Überlappungs/Dopplungsflächen anzubringenden Entlastungsbohrungen bzw. Schweißnahtunterbrechungen.

Unabdingbar sind ebenso die Regelungen bezüglich der Verletzungsgefahr an feuerverzinkten Bauteilen. Nach dem Verzinkungsprozess müssen “Zinkspitzen” und “Pickel” entfernt werden. Zinkspitzen entstehen an den Ablaufkanten der Werkstücke,  an denen das Zink beim Aushub aus dem schmelzflüssigen Zinkbad an der Umgebungsluft erkaltet. Die sogenannten “Pickel” können unter anderem Einschlüsse von Eisenteilchen unter der Zinkschicht auf der Bauteiloberfläche sein. Die Bereinigung erfolgt im Regelfall mittels einer Feile oder eines Winkelschleifers welcher mit einer Schruppscheibe bestückt ist.

 

 

Wie ihr sehen könnt, ist die DIN1461 nicht zu unserem Leidwesen, sondern zum sicheren Umgang mit der Feuerverzinkung entwickelt wurden und trägt somit auch zu unserem Schutz bei. Hinsichtlich der Affinität des Deutschen zu einer pedantischen Grundordnung, können wir froh sein diesbezüglich auch im Bereich der Feuerverzinkung keinerlei Abstriche machen zu müssen.

 

 

Mit besten Grüßen aus der Redaktion,

euer Norman

 

 

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